Mittwoch, 4. August 2010

Kurzbericht aus Belgrad

Gestern morgen kamen wir um 7 Uhr in Berlgrad an. Bereits um diese Uhrzeit hatte es 29 Grad und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Mit unserem Gepaeck sind wir dann zunaechst 1,5 Km bergauf in Richtung Hostel gelaufen. Mehr oder weniger durchgeschwitzt, immer noch muede von der Zugfahrt erreichten wir unser Cricket Hostel . Leider hatte man unsere Reservierung dort nicht auf dem Schirm. Der geweckte Mitarbeiter konnte sich das nicht erklaeren, war aber sonst sehr hilfsbereit und vermittelte uns ein Zimmer in einem Hostel um die Ecke. Der Haken war aber, dass es statt 4er Zimmer nur 10er Zimmer gab. Na gut, was solls, besser als unter der Bruecke an der Save oder der Donau. Das Hostel war wirklich sauber und gut, super nette Mitarbeiter und mit viel Charme. Auf Grund der grossen Hitze folgten wir dem guten Tip, an einen Seitenarm der Save zu fahren. Mit wirklich abenteuerlichen Bussen, vorbei an 1999 zerbombten Ministerien erreichten wir die kleine Oase am Rand der Stadt. Mit einigen Lebensmittel vom lokalen Mark versorgt (zum Spottpreis, 300 Dinar, also 3 Euro fuer uns alle) blieben wir bis um 1700 Uhr in der Stadt. Danach ging es zum Essen in die Stadt (ebenfalls Spottbillig), in die ein oder andere Kneipe und Joern und Tobias suchten noch einen der vielen Clubs auf. Dies war auch der Grund, warum wir heute erst um 1200 Uhr aufgestanden sind. Immerhin ging es dann doch noch los, wenn Belgrad auch nicht so viele Sehenswuerdigkeiten bietet. Neben der Festung und der Savakirche ging es nochmals durch die Innenstadt. Mittlerweile kauften wir auch keine Bustickets mehr. Waehrend wir in Ungarn mindestens zweimal pro Fahrt Kontrollen gab, scheint hier niemand darauf zu achten. Ein Ticket kostet 42 Dinar, also 40 Cent. Kontrolleure haben gelbe Warnwesten an, so dass man schnell austeigen kann. Ansonsten scheint es denen aber auch egal zu sein, Tobias war nicht schnell genug mit Stempeln (die Technik ist etwas antiquiert, also manuell), der Kontolleur meinte nur, dies sei auch egal.
Nach unserer kurzen Tour durch die Stadt waren wir noch richtig gut und guenstig Essen, derzeit sitzen wir im Hostel, trinken unser Feierabendpils und schlagen die Zeit tot. Um 2100 Uhr geht der Nachtzug nach Sofia, wir sind auf den Komfort gespannt. Da es sich nicht um einen Bahn der OEBB, sondern der serbischen Staatsbahn handelt, lassen wir uns mal ueberraschen.
Bilder von Belgrad und von Budapest versuche ich aus Sofia hochzuladen, der PC im Hostel kommt mit der Groesse von 5 MB nicht wirklich klar. Liebe Gruesse auch von Tobi, Joern und Tina

Dienstag, 3. August 2010

Budapest 2010

Länger nicht gemeldet – Budapest war einfach zu intensiv. Deshalb nun ein längerer Bericht über die zwei vergangenen Tage in der ungarischen Hauptstadt.

Gestern früh sind wir mit der ÖBB nach Budapest gefahren, gegen 12:00 erreichten wir unser Hostel „Big Fish“. Ziemlich unscheinbarerer Eingang, versiffte Türklingel, erste Gedanken: was machen wir eigentlich hier. Ein Blick in den Innenhof und das Treppenhaus bestätigte den Eindruck. Man konnte einen Hauch der alten K.u.K. Pracht aus der Zeit Österreich-Ungarn erahnen, die Jahrzehnte real existierenden Sozialismus waren überdeutlich zu erkennen. Die Fotos aus dem Innenhof sprechen eine deutliche Sprache, offenbaren aber auch einen ganz eigenen Charme im „Nizza“ des Ostens. Um so überraschter waren wir im Hostel: für 8€ pro Nase und Bett im 10er Zimmer konnte man sich wirklich nicht beschweren. Absolut sauber, super freundliches und kompetentes Person mit dem ein oder anderen guten Tipp. Auch interessante Back-Packer-Geschichten gab es: zum Beispiel von Jamal dem Ägypter. Der erzählte uns, dass er mit fünf Euro der König in seinem Dorf war, sich in Stuttgarts Edeldisco mit 240€ aber als der ärmste Mann im Laden fühlte...

Ansonsten standen vor allem die klassischen Ziele auf der Agenda: Burg mit Fischerbastei, Stefanskathedrale mit Reliquenschrein, Kettenbrücken bei Tag und Nacht...am interessantesten war aber einfach durch die Straßen zu laufen, deutschen und kleine versteckte Ecken und Plätze zu entdecken und einen Eindruck von der Metropole mit 1,7 Millionen Einwohnern zu gewinnen.

Die Stadt selbst ähnelt im Aussehen letztlich dem Hostel: top sanierte, wirklich beeindruckend Gebäude aus der Zeit des Jugendstils und Historismus, teilweise selbst auf Prachtstraßen mit Weltkulturerbestatus heruntergekommenen Gebäude und Leerstand.

Ebenso auffällig ist der Unterschied zwischen arm und reich in der Stadt. Auf der einen Seite liegen in vielen Hauseingängen Obdachlose und ein leichter Uringeruch durchwehte immer die Straßen. Auf der anderen Seite sind gerade im Zentrum bei den internationalen Hotelketten und in den umliegenden Kneipen beinahe Mondpreise zu bezahlen. Die nicht wenigen Prostituierten auf der Donaukolonade erinnerten dabei immer wieder an das starke soziale Gefälle in Ungarn. Was mir ebenso wie in anderen großen Städten an Flüssen unbegreiflich erscheint: wieso setzt man die Hauptverkehrsstraßen, mindesten vierspurig, direkt an das Ufer?

Den zweiten Tag in der ungarischen Hauptstadt ließen wir etwas ruhiger angehen. Nach einer doch recht erholsamen, wenn auch bei 30° sehr schwülen Nacht im 10-Bett-Zimmer ging es um 9:30 los. An erster Stelle stand dabei das weltberühmte Parlament Ungarns. Nach einer halben Stunde bei sengender Sonne und nur wenig Fortbewegung in der anstehenden Menschenschlange wurde kurzerhand umgeplant. Stattdessen sind wir nochmals bei Tag durch die Innenstadt gelaufen, haben gemütlich den ein oder anderen Shake getrunken und eine Horde peinlicher Deutscher – unter anderem mit Strohhut, Deutschland und Schalke 04-Krempe – aus dem Weg gegangen. In der alten Markhalle haben wir uns dann mit unserem Mittagessen eingedeckt: nachdem wir raus gefunden haben, dass „fressi“ soviel wie „frisch“ bedeutet, haben wir für 2000 Forint eine große Salami gekauft, dazu Brot, Käse und Paprika. Letztere war extrem billig (15 Forint), aber dafür auch extra scharf. Mit unseren Vorräten ging es dann in einen der vielen Parks. Hier genossen wir unsere Einkäufe und gönnten uns danach einen Besuch im Szechenyi Bad. Mit 3100 Forint war der Eintritt zwar nicht wirklich billig, aber in verschiedenen Thermalbecken und mit grandiosem Ambiente kann man nicht wirklich meckern. Danach ging es noch kurz durch den umliegenden Park, zum Abendessen und dann ins Hostel, unsere Gepäck abholen. Am Bahnhof fiel Tina und mir dann auf, dass wir vielleicht doch die ein oder andere Wasserflasche brauchen könnten. Leider hatten wir unsere letzten Forint in unsere Abendessen und das ein oder anderen Dosenbier für die Zugfahrt investiert. Es blieben uns nur noch 1,65€. Die ungarische Kioskbetreiberin wollte für 1,5 Liter Wasser dann zwei Euro haben (ca. 540 Forint, der Normalpreis wären 350 Forint gewesen, also ca. 1,30), 1,65 war ihr zu wenig. Pech gehabt, sagten wir uns, Touri-Abzocke ist trotz Wechselkurskosten nicht drin. Der Dönerbudenbetreiber nebenan rückte die gleiche Flasche Wasser dann auch für 1,50 raus.

Unser Zug nach Belgrad sollte eigentlich um 23:00 abfahren, da dieser Nachtzug aber mit einem weiteren Zug zusammengesetzt wurde und dieser Verspätung hatte, ging es erst gegen Mitternacht los. Eigentlich sind die Kabinen relativ gut, mit vier Personen und unserem Gepäck wurde es dabei aber sehr eng und auch sehr heiß. Ich frage mich ernsthaft, wie andere es in diesen Abteilen mit sechs Personen aushalten. Die Nacht war leider sehr kurz, ständiges Geschaukel, die Ausreise aus Ungarn um 1:30 und der serbische Zöllner um 2:30 ließen durchschlafen nicht zu. Gegen 8:00 heute morgen sind wir in Belgrad angekommen, hiervon berichte ich morgen. Soviel nur: bereits bei der Ankunft hatte es 29°C und 70% Luftfeuchtigkeit.


Samstag, 31. Juli 2010






So, heute morgen um halb acht los, mit Niki-Air nach Wien und schon beim Abflug war klar: Österreich ist einfach ein wenig anders, es fängt bei Kotztüten an (siehe Speißsackerl). In Wien angekommen ging es dann zunächst zu den Schließfächern, Gepäck loswerden. Dann zum Hundertwasserhaus (Wien sieht in der Ecke eher nach Ostblock vor 1989 aus...). Von dort sind wir dann weiter auf den Naschmarkt und haben erstmal mittag gegegessen - einen schönen Antipasti-Teller. Auf dem Weg zur Oper vielen schreckliche FPÖ-Plakate und echt gesalzene Parkgebühren auf. Ab sechs Uhr waren wir dann zu viert, es ging nach kurzem Gepäck abladen bei Tobias direkt Richtung Donau. Dort ist im Sommer die Copa Cakrana, schlichtweg genial, ein Sommerstadtstrand mit Bars und Kneipen ohne Ende, nach den ein oder anderen Bier und einer Stunde Bootfahren auf der nächtlichen Donau ging es dann heim. Tobi muss noch packen, kam heut selbst erst aus dem Urlaub wieder. Morgen um 8 geht es nach Budapest weiter...wir sind gespannt.

Freitag, 30. Juli 2010


So, es kann losgehen. Der große Rucksack ist mit fast 20kg voll bepackt, der Kleine dafür nur mit den notwendingen Reiseunterlagen, Kopfhörern und einem Buch bestückt.
Morgen früh um 7:30 werden Tina und ich von lieben Familienangehörigen zum Flughafen gebracht, von dort geht es dann mit Air Berlin operated by Niki nach Wien. Dort stoßen am Abend Jörn Retterath und Tobias Frieser zu uns. Am Sonntag geht es dann nach Budapest...
Jetzt noch schnell die Unterlagen für Istanbul ausdrucken, die Speicherkarte von der Kamera löschen und und und...bis morgen Abend!

Mittwoch, 14. Juli 2010

Herzlich Willkommen
auf meinem Blog. Da ich mit Freunden Anfang August auf eine 12-tägige Osteuropatour aufbreche, werde ich versuche, hier regelmäßig zu berichten.

Der Reiseplan ist wie folgt:
31.07. Abflug von Frankfurt nach Wien, Treffen mit Tobias und Jörn
01.08-02.08. Fahrt und eine Nacht in Budapest
03.08.-04.08. Fahrt und eine Nacht in Belgrad
05.08.-06.08. Fahrt und eine Nacht in Sofia
06.08.-10.08. Fahrt und Aufenthalt in Istanbul
11.08.-12.08. Rückfahrt nach Sofia, Übernachtung und Rückflug.

Haupttransportmittel wird der Nachtzug sein, nach Wien und von Sofia nach Hause geht es jeweils mit dem Flieger.